Was, wenn kleine Schritte kein Zeichen von Langsamkeit sind, sondern von echter Präsenz?
Ja, es ist frustrierend, wenn man gerade in den Schreibflow kommt und dann direkt wieder aufhören muss, weil das Tagespensum erreicht ist. Und ja, es ist naheliegend, zu denken, dass man es dann auch gleich sein lassen kann.
Aber wenn es wirklich um den Moment ginge, in dem man ein paar Zeilen tippt und währenddessen so in seinem Element ist, dass alles andere egal ist, dann wäre eigentlich die Zeit und das Endergebnis ebenfalls egal. Dann gäbe es keinen unterbewussten Druck, endlich fertig werden zu wollen. Der Druck kommt einzig und allein von unserer auf Leistung programmierten Gesellschaft.
Wenn ich im Wald bin, bewusst jeden Schritt wahrnehme, den Boden unter meinen Füßen spüre, den Wind auf der Haut, den Duft von Herbst in der Nase, das Rascheln der Blätter und Vogelgezwitscher in den Ohren, dann habe ich auf einmal eine Leichtigkeit in mir. Als ob jeglicher Leistungsdruck abfällt und mir die Natur erlaubt, einfach nur zu sein.
In diesem Zustand dauert es nicht lange bis in mir der Impuls aufkommt, etwas zu schreiben. Nicht, um irgendwo hinzukommen oder irgendetwas zu erreichen, sondern nur um des Schreibens willen. Und auf einmal bin ich im Frieden damit, dass ich mich maximal eine halbe Stunde pro Tag mit schreiben beschäftigen kann.
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