Kater als Co-Regulation

Veröffentlicht am 18. Mai 2026 um 14:47

Heute Morgen setzte ich mich zum Meditieren auf den Balkon – vor meinen Augen Feld und Wald, in meinen Ohren Vogelgezwitscher, in meiner Nase frische Luft. Die letzten Tage war in mir viel Aggression und dahinter Traurigkeit zum Vorschein gekommen, gepaart mit dem tiefen Gefühl, allein zu sein. Der Impuls, am liebsten alles mit Essen zu betäuben, war oft genug da. Doch hier umgeben von Natur fiel es leichter, alles da sein zu lassen. Kaum saß ich auf dem Balkon, kam der Kater ebenfalls nach draußen, legte sich neben mich auf das Sofa, mit dem Kopf an meinem Oberschenkel, ließ sich streicheln und war einfach nur da. Mit Kater, Vögeln und Bäumen hatte ich das starke Gefühl, nicht allein zu sein – auch, wenn es sich tief in meinem Inneren so anfühlte. So fiel es mir leichter, den Raum für mich zu halten. Manchmal mischte sich Sinnlosigkeit hinzu, und dann die Erkenntnis, dass ich das, was da im Innen vor sich ging, niemals mit irgendetwas im Außen kompensieren können würde. Das war einerseits deprimierend, gleichzeitig aber auch befreiend. Mit den Emotionen präsent zu sein, führte letztlich trotz der Einsamkeit zu einem Gefühl von Verbundenheit – Verbindung nicht an der Oberfläche, sondern in der Tiefe. Und ganz von selbst entstand dadurch Dankbarkeit.

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